Panasonic Lumix GH3, Canon 5D Mark II und Panasonic GH1 (gehacked) im ISO Vergleich Teil 1

Einleitung

Um die Lumix GH3 und Ihre Qualitäten besser kennen zu lernen habe ich im Studio ein kleines Low-Light Scenario aufgebaut. Hier tritt das neue Panasonic Flagschiff gegen die etablierte Konkurrenz in Form der Canon 5D Mark II an.

Hinzu gesellt sich die betagte und gehackte Lumix GH1 welche ich bisher in Situationen in denen es bei der 5D Mark II zu Moire und Aliasing Problemen kommen konnte eingesetzt habe. Voraussetzung für ein gutes Bild der GH1 war allerdings immer eine gut ausgeleuchtes Motiv um den geringeren Kontrastumfang und das Bildrauschen inklusive “Fixed-Pattern-Noise” der Kamera im Zaum zu halten. Daher war die GH1 kein vollständiger Ersatz für die 5D.

GH3 vs. Canon 5D Mark II vs. GH1hacked from Jürgen Immes on Vimeo.

Testaufbau

Die Empfindlichkeit aller Kameras war auf 1250 ISO eingestellt, auf den Panasonic micro 4/3-Kameras GH3 und GH1 kam das lichtstarke Walimex 35mm VDSLR Objektiv zum Einsatz. Die Mutter aller Video DSLR Kameras, die Canon 5D Mark II, wurde mit dem Canon 50mm EF 1,4 und dem EF 85mm 1,8 Objektiv eingesetzt.

Um eventuelle Ausreißer der Videocodecs zu erkennen erzeugte ich eine permanente Bewegung im Motiv indem ich eine windige Gewitternacht simulierte bei der Licht welches durch die (simulierten) Äste eines Baumes auf die Szenerie fällt für eine flackernde Ausleuchtung der Szene sorgte.

Die Bewegung des Metronoms, sowie einige Kamerafahrten sorgten dann für weitere bewegte Elemente in den Aufnahmen.

Das Hauptlicht, ein Dedolight das durch eine Stoffwabe auf die Rückseite der Scheibe scheint. Ein Ventilator sorgte für den notwendigen Luftzug um die Wabe in Bewegung zu versetzen.

Hier sind die Kameraeinstellungen im Überblick:

Panasonic Lumix GH3

25P IPB 50 Mbit Codec

Standard Contrast -5, Sharpness -2, Saturation -1, Noise Reduction -5

Panasonic Lumix GH1

Smooth with -2 -2 -1 -2 25P FHD

Canon 5D Mark II

Neutral Sharpness -3, Contrast -2, Saturation -2

In diesem ersten Test sind die Aufnahmen so zu sehen wie Sie aus den jeweiligen Kamera kamen, also ohne jegliches Grading.

Ausleuchtung

Der Weißabgleich der Kameras wurde individuell mit einer Graukarte vorgenommen. Das “Außen-Licht” welches durch die simulierten Äste auf das Motiv gerichtet war gab hier die Farbtemperatur vor. Die Beleuchtung bestand aus 2 Dedolights, dabei war das Hauptlicht ungefiltert, hatte also eine Farbtemperatur um die 3200 Kelvin, und das leichte Aufhelllicht für den Fensterrahmen wurde auf Tageslicht gefiltert hatte aber dennoch einen recht warmen Farbton weil es stark gedimmt war um den Kontrast im Motiv beizubehalten.

Das zweite Dedolight streift den Fensterrahmen um die Gegenlicht-Situation minimal aufzuhellen.

Ein Blick auf den Testaufbau aus Sicht des Aufhelllichtes

Fazit

Der Test zeigt gut das die GH3 zwar sichtbares Rauschen bei 1250 ISO besitzt allerdings hat dieses Bildrauschen eher einen analogen und filmartigen Charakter. Bilddetails im Motiv bleiben erhalten und werden nicht durch durch eine aggressive Rauschreduktion in der Kamera glatt gerechnet. Sehr gut sieht man den höheren Dynamikumfang des neuen Panasonic micro 4/3 Top-Modells. Die Dynamik wurde sowohl im Lichter- als auch im Schatten-Bereich der Tonwerte deutlich verbessert. Die Farben bleiben in den Schattenbereichen natürlich und verlieren nicht Ihre Sättigung oder kippen in Falschfarben. Dies bietet dann auch Vorteile in der Nachbearbeitung des Videomaterials, aufwändige Manipulationen der Schattenbereiche können entfallen.
Sollte einen das Bildrauschen / Korn der Lumix GH3 stören lässt es sich sehr effektiv und kontrolliert durch Tools wie z.B. Neat Image in der Postproduktion herausrechnen oder mildern ohne die notwendigen Details im Motiv zu sehr zu vermindern.

Die Canon 5D Mark II zeigt die erwarten und bekannten Eigenschaften, weniger Rauschen aber auch geringe Auflösung als die GH3. Das geringere sichtbare Rauschen scheint aber auch dem Codec der 5D Mark II geschuldet zu sein. Hier wird doch einiges glatt gerechnet und das Motiv wirkt etwas wächsern.

Den Anteil des Video-Codecs an der Bildwirkung kann man auch sehr gut an der gehackten GH1 erkennen. Das die GH1 auf den ersten Blick auch rauschfreier als die neue GH3 wirkt mag verwundern sieht man sich aber das Videobild der Lumix GH1 im Detail an erkennt man die mangelnde Detailauflösung. In den dunklen Bereichen des Metronoms verschwindet jegliches Detail in der silbernen Skala und wird einfach glatt gerechnet. Auch der geringere Dynamikumfang im Vergleich zur Canon 5D Mark II und der neuen Panasonic GH3 fällt sofort ins Auge.

Die neue Panasonic Lumix GH3 liefert in diesem Vergleich ein solides Ergebnis welches eine gute Ausgangsbasis für die Nachbearbeitung darstellt. Welches Potential die einzelnen Kameras unter diesen Bedienungen noch für die Nachbearbeitung besitzen zeigt dann Teil 2 dieses Tests.

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